Kontakt entsteht an der Grenze

Im Juni 2018 startete das erste Jungentraining des Kinderschutzdienstes Kirchen mit Frau Weber, Frau Jung und Ingo Molly (Jugendpflege Betzdorf) für Jungen im Alter von 7-12- Jahren. Das Training umfasste insgesamt 6 Sitzungen mit 1,5 Zeitstunden und wurde in den Räumen des Kinderschutzdienstes, in der Natur als auch in der Turnhalle Wallmenroth durchgeführt.

Die Jungen sollten erfahren, was in ihnen steckt und welche Potentiale, Grenzen und Gefühle zu ihnen gehören. Dabei lautete das Motto: „Wir zeigen Gefühle und lernen mit anderen zusammen, wie wir ohne Gewalt stark sein können und immer sicherer werden!“


Bereits die ersten Sitzungen machten deutlich, dass die Jungen vor allen Dingen „Kampfspiele“ als ein Vehikel brauchten, um mit sich, den anderen Teilnehmern als auch mit den Anleitern in einen intensiveren Kontakt zu kommen. Erst durch den mal mehr spielerischen oder auch kämpferischen Kontakt, konnten die Jungen wichtige Lernerfahrungen machen.
Vertrauensübungen und gezielte Spiele, in denen die eigene Haltung sowie der Umgang mit der Kraft und Aggression oder auch Spannung gefragt waren, ermöglichten erst die unmittelbare Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen.
Frei nach dem Motto: „Scherben bringen Glück“ war es für einige Jungen eine ganz besondere Erfahrung, unter Anleitung von Ingo Molly über einen Scherbenhaufen zu laufen oder den eigenen Körper auf ein Nagelbrett abzulegen. Für einige Kinder war es ebenso eine wichtige Erfahrung, dem natürlichen Eigensinn zu folgen und zu dem eigenen „NEIN- Gefühl“ ja zu sagen und nicht über o.g. Scherbenhaufen zu laufen. In der Turnhalle oder bei der Schnitzeljagd waren dann Kampf- und Teamgeist gefragt und die sozialen Fähigkeiten wurden u.a. auch bei kniffeligen Gemeinschaftsaufgaben trainiert.

Das Jungentraining hat gezeigt, dass insbesondere die Jungen den Kontakt mit dem Gegenüber an der Grenze suchten und dass diese Art der Reibung ein Gegenüber braucht, das die eigenen Grenzen gut kennt. Wenn der Kontakt an der Grenze entsteht, dann ist es umso wichtiger, zu verstehen, was mit Grenze gemeint ist und diese auch zu respektieren.



Erlebnispädagogik:
Lama und Alpaka Projekt und Gutschein-Aktion


Eine Lama-/Alpakawanderung fördert die Teamfähigkeit und hilft Spannungen abzubauen. Neue Freundschaften werden geschlossen, man entdeckt zusammen Neues und hat jede Menge Spaß dabei. Gemeinsam erleben die Kinder ein Abenteuer in der Natur, das gleichzeitig entschleunigt und beruhigt. Das Selbstbewusstsein des Einzelnen wird gestärkt und verstecke Ressourcen werden aktiviert.

Körper, Geist und Seele brauchen Auszeiten von den Anforderungen des Alltags. Die Ruhe und Ausgeglichenheit der Tiere übertragen sich auf die Kinder. Kein Lärm, kein Stress, keine Hektik lenkt Sie von dieser spannenden Begegnung ab. Das Kennenlernen der Vierbeiner und der direkte Kontakt durch Streicheln, Füttern und Führen ist ein unvergessliches Erlebnis.

Für die vom Kinderschutzdienst betreuten Kinder und Jugendlichen sind die Lama- und Alpakaprojekte eine wirksame Methode, um sie in der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse zu unterstützen.

Deshalb freut sich der Verein Kinder in Not – Kreis Altenkirchen e.V. als Trägerverein des Kinderschutzdiensts sowie die Mitarbeiterinnen sehr darüber, dass Familie Happ von der Casa de la Lama in Katzwinkel eine Gutschein-Aktion ins Leben gerufen hat, mit der den betroffenen Kinder und Jugendlichen ein unvergessliches Lama-Erlebnis ermöglicht werden kann.

„Darf’s ein bisschen mehr sein?“

Im Rahmen einer Tour können Sie dem Verein „Kinder in Not Kreis Altenkirchen“ e.V. zugunsten des Kinderschutzdienstes in Kirchen ein Lamaerlebnis, ein Filzevent oder eine Stunden-Lama-Tour schenken. Erwerben Sie einfach einen Gutschein für nur 7,- bis 18,-€ und werfen ihn in die Spendenbox am Hof. Die Gutscheine können dann von den Mitarbeiterinnen des Kinderschutzdienstes für die Kinder und Jugendlichen bei Casa de la Lama eingelöst werden.

Verschenken Sie ein wenig Glück und ein Lächeln in einem Kindergesicht!



Prävention schützt - Wie Lilli und Leo „Nein“ sagen

Wissen macht stark! Je besser Kinder und Jugendliche informiert sind und ihre eigenen Wahrnehmungen und Gefühle einschätzen können, desto besser sind sie geschützt.

Die Sorge „Wie schütze ich mein Kind vor sexuellem Missbrauch?“ beschäftigt viele Eltern. Sexualisierte Gewalt ist kein Einzelfall, und Mädchen und Jungen mit besonderem Förderbedarf sind davon noch häufiger betroffen. Aus diesem Grund wurde ein Projekt zur präventiven Arbeit vom Kinderschutzdienst Kirchen, zusammen mit der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, in Wissen an der Wilhelm-Busch-Schule geplant.

Der Kinderschutzdienst ist ein Fachdienst für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen wie z.B. sexuellem Missbrauch, körperliche und/oder psychische Misshandlung. Das Projekt wurde durch eine Spende von Lotto Rheinland-Pfalz finanziert.

Dieses Projekt, das über mehrere Wochen lief, bezog Eltern, Lehrer und Schüler mit ein. Bei einem Elternabend wurde vorab ausführlich über das Präventionsangebot informiert. Als Ansprechpartner standen hierbei die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzdienstes Kirchen zur Verfügung.

Kernstück des Projekts war die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Prävention ist ein wichtiger Lehrauftrag. Kinder müssen nicht nur ihren eigenen Körper kennenlernen, sondern auch ihre Gefühle.

Die beiden Theaterpädagogen Claudia Lichtwardt und Oliver Grabus zeigten das dreiteilige Theaterstück „Lilli und Leo: Mein Körper gehört mir!“. Hierbei bekamen die Kinder und Jugendliche diese interaktiven Szenen nicht auf einmal zu sehen, sondern an drei verschiedenen Terminen (5., 12. und 19. Mai). Woche für Woche wurde eine Szene gezeigt und danach mit den Zuschauern besprochen.Das Thema sexueller Missbrauch wurde den Schülern und Schülerinnen kindgerecht nahegebracht.

Die einzelnen Teile des Programms widmeten sich den Themen Ja- und Nein-Gefühle, sexueller Missbrauch durch Fremde und durch Täter aus dem Nahbereich der Kinder, und auch den Gefahren aus dem Internet. Trotz der ernsthaften Inhalte wurde viel gelacht und gesungen und über die, von den beiden Darstellern gespielten Szenen, diskutiert.

Diese Vorgehensweise zahlt sich aus. Die nachhaltige präventive Wirkung des Programms wurde z. B. durch die Heinrich-Heine-Universität beim Einsatz an Düsseldorfer Schulen evaluiert.

Im Anschluss an das Theaterprojekt bot der Kinderschutzdienst Kirchen Schüler-Sprechzeiten an der Wilhelm-Busch-Schule an. Diese wurden von den Kindern und Jugendlichen rege genutzt.




Die Präventionskiste für Kinder

Die Präventionskiste für Kinder ist ein kostenfreies Angebot des Kinderschutzdienstes Kirchen. Sie kann von allen Kindergärten und Grundschulen des gesamten Landkreises Altenkirchen gegen eine Kaution ausgeliehen werden.


Die „Starke-Sachen-Kiste für Kinder" dient den Fachleuten der pädagogischen Einrichtungen dazu, mit Mädchen und Jungen altersgerecht zu den Themen Schutz vor Gewalt und Missbrauch zu arbeiten. Die Präventionskiste ist eine wahre Schatzkiste, welche die Kinder stark machen soll. Sie ist bestückt mit Bilderbüchern, Handpuppen und anderen Materialien, sowie Fachliteratur und didaktisch-methodischem Material für Erzieherinnen und Lehrerinnen.

Die Kinder sollen dabei lernen:

  • Gefühle zu kennen und Bedürfnisse zu benennen
  • selbstbewusst Grenzen zu setzen und „Nein" zu sagen
  • bei Bedarf Hilfe zu holen


Der Präventionskoffer für Jugendliche

Der Präventionskoffer für Jugendliche ist ein kostenfreies Angebot des Kinderschutzdienstes Kirchen für alle weiterführenden Schulen des Landkreises Altenkirchen.

Auf die Haltung kommt es an! Wir möchten Fachleute in pädagogischen Einrichtungen mit dem Präventionskoffer dazu einladen und ermutigen durch eine klare Haltung möglichst früh die von ihnen begleiteten Jugendlichen stark zu machen.

Der Präventionskoffer ist eine wahre Schatzkiste und soll Jugendlichen Mut machen und ihnen dabei helfen zu erkennen, welche Stärken und Möglichkeiten, welche „Schätze“ sie in sich tragen.


Der Präventionskoffer bietet Jugendbücher, Fachliteratur und Materialien mit den Themenschwerpunkten zu psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt:

  • Sexuelle Bildung als Prävention vor sexueller Gewalt,

  • Aggression und sexuelle Gewalt im Cyberspace und Handy

Die Jugendlichen lernen dabei:

  •  mit Herausforderungen umzugehen,

  • in schwierigen Lebenssituationen Lösungen zu finden,

  • die Wahrnehmung und Einhaltung eigener Grenzen und der Grenzen anderer

Außerdem:

  • Fachliteratur für Lehrer/innen und Schulsozialarbeiter/innen

  • DVDs

  • Didaktisches Material für alle Altersgruppen

  • Infopaket für Einrichtungen


Sie haben Lust auf neue Impulse und Ideen für ihre Arbeit mit den Jugendlichen?

Wir freuen uns auf Ihren Anruf: 02741-9300-46 (oder 47)



Kindertraining „Starke Kids“

Der Kinderschutzdienst hat ein Konzept entwickelt, damit betroffene Kinder ihre Gewalterfahrungen aufarbeiten können.

In diesem Konzept geht es um ein Training zu den Themen Gefühle, Ressourcen, Selbstbehauptung und Gewaltvermeidung. Die Wahrnehmung und das Selbstbewusstsein der Kinder werden dadurch gestärkt.

Der Gruppe kommt bei dieser Arbeitsform eine besondere Bedeutung zu.

Die Kinder entwickeln Stärke durch das Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Sie können sich austauschen und lernen voneinander, dass sie nicht alleine mit ihren negativen Erfahrungen sind. Sie lernen durch Rollenspiele ihre Ressourcen und Handlungsspielräume zu erweitern, um mit der erlebten Gewalt zu leben und weitere Gewalterfahrungen zu vermeiden.